Der Braunbrustigel
Unser heimischer Stachelfreund.
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) ist die bei uns am häufigsten vorkommende Igelart. Zuhause fühlt er sich überall dort, wo er ausreichend Nahrung und geschützte Rückzugsorte findet - zum Beispiel in naturnahen Gärten, Parks, Heckenlandschaften und an Waldrändern.
Tagsüber bekommt man ihn normalerweise nur selten zu Gesicht. Braunbrustigel sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Dann machen sie sich auf die Suche nach Käfern, Regenwürmern, Schnecken, Spinnen, Insekten und anderen kleinen Wirbellosen.
Klein, stachelig und erstaunlich robust.
Ein ausgewachsener Braunbrustigel erreicht eine Körperlänge von etwa 20 bis 30 cm und wiegt ungefähr 600 bis 1.500 Gramm. Vor dem Winterschlaf können die Tiere deutlich schwerer sein, denn ihre angelegten Fettreserven müssen sie durch den Winter bringen.
In freier Wildbahn erreichen Braunbrustigel meist ein Alter von etwa zwei bis fünf Jahren.
Tausende Stacheln als Schutzschild.
Das auffälligste Merkmal des Igels ist natürlich sein Stachelkleid. Rund 5.000 bis 8.000 Stacheln schützen seinen Rücken. Sie bestehen aus Keratin - demselben Material, aus dem auch unsere Haare und Nägel bestehen.
Entgegen mancher Vorstellung sind Igelstacheln weder giftig noch besitzen sie Widerhaken. Ihre Wirkung entsteht durch ihre große Anzahl und einen besonderen Trick des Igels.
Unter seiner Haut befindet sich eine kräftige Ringmuskulatur. Droht Gefahr, kann sich der Igel damit vollständig zusammenrollen. Kopf, Beine und die weiche Bauchseite verschwinden im Inneren - nach außen bleibt fast nur noch das schützende Stachelkleid.
Perfekt für ein Leben in der Nacht.
Igel sehen vergleichsweise schlecht. Dafür besitzen sie andere hervorragend entwickelte Sinne.
Ihre lange, bewegliche Schnauze verfügt über einen ausgeprägten Geruchssinn, der eine wichtige Rolle bei der Nahrungssuche spielt. Auch ihr Gehör ist sehr gut entwickelt. Empfindliche Tasthaare an der Schnauze helfen zusätzlich dabei, sich in der Dunkelheit zu orientieren.
Das Gebiss des Braunbrustigels besteht aus 36 Zähnen und ist auf seine überwiegend tierische Nahrung ausgelegt.
Kurze Beine - große Strecken.
Unter dem rundlichen Körper verstecken sich vier kräftige Beine. Die Pfoten besitzen jeweils fünf Zehen und Krallen, die unter anderem beim Graben zum Einsatz kommen. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine.
Und auch wenn man es ihm auf den ersten Blick vielleicht nicht zutraut: Igel können ziemlich gut laufen und sogar schwimmen.
Sein kleiner Schwanz fällt dagegen kaum auf. Er ist lediglich etwa zwei bis vier Zentimeter lang und verschwindet fast vollständig unter dem Fell.
Wenn der Körper auf Sparflamme schaltet.
Wenn es draußen kalt wird und das natürliche Nahrungsangebot zurückgeht, beginnt für den Braunbrustigel der Winterschlaf. Dafür legt er sich bereits im Herbst wichtige Fettreserven an.
Während des Winterschlafs fährt sein Körper den Stoffwechsel drastisch herunter. Die Körpertemperatur kann von etwa 35 °C auf nur noch 5 bis 10 °C absinken. Gleichzeitig reduziert sich der Herzschlag von ungefähr 180 bis 250 auf teilweise nur 5 bis 20 Schläge pro Minute. Auch die Atmung wird erheblich langsamer.
So kann der Igel über einen langen Zeitraum von seinen zuvor angelegten Energiereserven leben.
Ein kleiner Wildtierbewohner mit großen Ansprüchen an seinen Lebensraum.
So gut der Braunbrustigel an sein Leben angepasst ist, gegen viele Veränderungen seiner Umwelt kann ihn auch sein Stachelkleid nicht schützen.
Straßenverkehr, der Verlust geeigneter Lebensräume und verschiedene Gefahren in unseren Gärten machen ihm das Leben schwer. Umso wichtiger sind naturnahe Bereiche, in denen Igel ausreichend Nahrung, Verstecke und sichere Möglichkeiten zum Überwintern finden.
Wer Igel schützen möchte, muss deshalb nicht immer selbst einen Igel pflegen. Oft beginnt Igelschutz direkt vor der eigenen Haustür.
Werde Igel-Freund und unterstütze uns.